
Der Reiz dieses Tellers liegt in den unterschiedlichen Texturen: Tofu mit goldbraunen Kanten, biegsame Zucchini-Möhren-Bänder und eine cremige Sauce mit Erdnuss, Kokos und Limette. Ein normaler Sparschäler reicht für das Gemüse. Damit die Würfel ihre Kruste behalten, kommen sie erst beim Anrichten auf die Gemüsenudeln.
Die kurze Antwort: Wie bleibt Sesam-Tofu knusprig, obwohl Erdnusssauce dazukommt?
Festen Tofu würfeln und 20 Minuten marinieren. Danach gründlich trocken tupfen, dünn mit Stärke bestäuben und in einer großen Pfanne braten. Sesam erst gegen Ende zugeben. Möhren- und Zucchinibänder kurz garen und mit der separat erwärmten Erdnusssauce anrichten. Für zwei Portionen sind rund 45 Minuten eingeplant, wenn die Gemüse- und Saucenvorbereitung während des Marinierens läuft.

Sesam-Tofu auf Gemüsenudeln mit Erdnusssauce
Zutaten
Kochutensilien
Methode
- Tofu würzen und marinieren: Tofu abgießen, mit Küchenpapier oder einem sauberen Tuch trocken drücken und in etwa 2 cm große Würfel schneiden. In einer flachen Schüssel 30 ml Sojasauce, Reisessig und Ahornsirup verrühren. Die Würfel darin wenden und volle 20 Minuten ziehen lassen; nach etwa 10 Minuten noch einmal vorsichtig wenden.
- Gemüse in breite Bänder schneiden: Während der Marinierzeit Zucchini waschen und putzen, Möhren schälen. Beide Gemüse mit dem Sparschäler längs in sehr dünne, breite Bänder ziehen. Die letzten festen Reste mit dem Messer in feine Streifen schneiden. Sehr weiche, wässrige Zucchinikerne für ein anderes Gericht beiseitelegen. Möhren und Zucchini getrennt bereithalten.
- Sauce und Garnitur vorbereiten: Erdnussmus, Kokosmilch, 60 ml Wasser, 15 ml Sojasauce, Limettensaft, fein geriebenen Ingwer und Knoblauch im kleinen Topf glatt rühren. Nach Wunsch Chiliflocken zugeben. Die Sauce zunächst beiseitestellen. Erdnüsse hacken, Korianderblätter abzupfen.
- Marinierten Tofu gründlich abtupfen: Nach den vollen 20 Minuten die Tofuwürfel aus der Marinade heben, abtropfen lassen und rundum sorgfältig trocken tupfen. Die verbleibende Marinade wird nicht mitgebraten. Die Würfel unmittelbar vor dem Braten mit der Speisestärke dünn bestäuben und vorsichtig wenden; lose überschüssige Stärke abschütteln.
- Tofu goldbraun braten: 20 ml Rapsöl in der großen Pfanne bei mittlerer bis mittelhoher Hitze erhitzen. Den Tofu in einer Lage hineingeben und 8–10 Minuten rundum goldbraun braten. Erst wenden, wenn die Unterseite eine Kruste hat. In der letzten Minute die Hitze etwas reduzieren, Sesam zugeben und die Würfel vorsichtig darin wenden. Auf einem Teller kurz beiseitestellen.
- Sauce parallel erwärmen: Während der Tofu brät, die Sauce bei niedriger bis mittlerer Hitze unter Rühren etwa 3–4 Minuten erhitzen, bis sie heiß und cremig ist. Nicht stark einkochen. Ist sie zu dick, esslöffelweise Wasser einrühren, bis sie vom Löffel fließt. Anschließend bei ausgeschalteter Herdplatte warm halten.
- Gemüse kurz garen: Lose, dunkel gewordene Sesamkörner aus der Pfanne entfernen. 5 ml Rapsöl hineingeben und zuerst die Möhrenbänder mit 15 ml Wasser bei mittlerer Hitze etwa 2 Minuten wenden. Zucchinibänder zugeben und weitere 2–3 Minuten sanft schwenken, bis beide Gemüse biegsam sind und noch Biss haben. Erst zum Schluss bei Bedarf leicht salzen.
- Getrennte Texturen anrichten: Die Gemüsenudeln auf zwei Teller verteilen. Etwas Erdnusssauce darüberlöffeln und den Sesam-Tofu daraufsetzen. Mit gehackten Erdnüssen und nach Wunsch Koriander sowie Limettenspalten servieren. Die übrige Sauce separat dazureichen, damit die Tofukruste möglichst trocken bleibt.
Breite Bänder statt dünner Spiralen
Für diese Fassung ziehen wir das Gemüse mit einem Sparschäler in lange, sehr dünne Bänder. Kleine, feste Zucchini und möglichst gerade Möhren lassen sich gut halten. Ziehe den Schäler vom Körper weg und lege das Gemüse zum Schluss flach aufs Brett. Der letzte feste Rest wird mit dem Messer in feine Streifen geschnitten.
Die breiten Bänder sind eine eigene Anpassung der Gemüsenudel-Idee. Sie werden hier direkt in der Pfanne gegart; die Zeiten sind nicht als Anleitung für dicke Spiralschneider-Nudeln gedacht. Sehr weiche Zucchinikerne lieber für ein anderes Gericht zurücklegen, statt sie mit Gewalt in Bänder zu verwandeln.

Nach der Marinade kommt das Küchentuch
Verwende festen Naturtofu, der sich sauber würfeln lässt. Die 20 Minuten in Sojasauce, Reisessig und etwas Ahornsirup gehören zum Rezeptablauf. Das ist ein guter Moment, um das Gemüse zu schneiden, die Saucenzutaten zu verrühren und die Erdnüsse zu hacken.
Vor dem Braten die Würfel wieder aus der Flüssigkeit nehmen und sorgfältig abtupfen. Erst dann dünn mit Stärke bestäuben. Es soll kein dicker weißer Mantel entstehen. Die verbleibende Marinade kommt nicht in die Pfanne: Hier brauchen die Würfel zunächst direkten Kontakt zur heißen, leicht geölten Fläche.
Gib ihnen Platz und lasse die erste Seite in Ruhe Farbe annehmen. Ständiges Rühren ist nicht nötig. Der Sesam kommt in der letzten Minute dazu, wenn du die Hitze bereits etwas reduziert hast. So muss er nicht während der gesamten Bratzeit mitrösten.

Die Erdnusssauce bleibt im eigenen Topf
Cremiges, ungesüßtes Erdnussmus bildet die Basis. Kokosmilch und Wasser machen daraus eine Sauce, Sojasauce und Limettensaft setzen die würzigen und säuerlichen Akzente. Ingwer und Knoblauch fein reiben, damit keine großen Stücke in der Sauce bleiben. Chili ist optional.
Während der Tofu brät, die Mischung unter Rühren sanft erhitzen. Sie soll vom Löffel fließen und auf dem Gemüse haften, ohne als feste Paste daraufzusitzen. Falls nötig, esslöffelweise Wasser zugeben. Zum Servieren zunächst nur einen Teil der Sauce auf den Teller geben und den Rest dazureichen.

Typische Fehler
- Nasse Würfel direkt in die Stärke geben: Erst abtropfen lassen und trocken tupfen, damit die Stärke als dünner Film haftet.
- Zu viel Tofu in einer kleinen Pfanne: Die Würfel sollen in einer Lage liegen. Bei einer kleineren Pfanne in zwei Durchgängen braten und mehr Zeit einplanen.
- Möhren und Zucchini gleichzeitig hineingeben: Die Möhren bekommen hier zwei Minuten Vorsprung. Dann kommen die empfindlicheren Zucchinibänder dazu.
- Alles in der Sauce köcheln lassen: Das ist für diesen Ablauf nicht vorgesehen. Die Würfel erst beim Servieren aufsetzen.
Praxis-Hinweis
Beginne mit dem Tofu und stelle für die Marinade einen Timer auf 20 Minuten. Bereite in dieser Zeit Gemüse, Sauce und Garnitur vor. Sind die Würfel fertig gebraten, braucht das Gemüse nur noch wenige Minuten in derselben Pfanne. Plane deshalb keine weitere längere Küchenarbeit zwischen Braten und Anrichten ein.
Wer gleich mehrere Abendessen plant, kann übrige Kokosmilch, Möhren und Erdnussmus beim Planen der Kochwoche berücksichtigen. Als weitere würzige Pfannenidee für einen anderen Tag passen die cremigen Chili-Kichererbsen.
Warum das funktioniert
Jede Komponente bekommt ihre passende Behandlung: Tofu wird nach dem Würzen abgetrocknet und gebraten, das Gemüse nur kurz gegart und die Sauce separat erwärmt. Dadurch lässt sich die Konsistenz am Ende gezielt steuern. Besonders wichtig ist das späte Zusammenbringen auf dem Teller.
Redaktionell geprüft
Mengen, Zeiten, Temperaturen und Arbeitsschritte wurden auf Plausibilität und innere Konsistenz geprüft. Die Zeitplanung enthält die vollen 20 Minuten Marinieren und berücksichtigt die parallel laufende Vorbereitung.
Eigene Adaption der Gemüse-Nudeln mit Sesam-Tofu von ESSEN & TRINKEN. Ergänzende Technikreferenz: Gebratene Tofuwürfel mit Sojasoße und geröstetem Sesam von Taifun.






