
Beim ersten Bissen knuspert das Brot, darunter treffen würzige Pastrami, geschmolzener Emmentaler und leicht säuerliches Sauerkraut aufeinander. Dazu kommt ein cremiges Dressing mit kleinen Gurkenstückchen. Dieses Reuben-Sandwich ist ein ordentlich belegtes, warmes Abendbrot, für das du weder Fleisch schmoren noch einen Teig ansetzen musst.
Die Zutaten sind schnell bereitgelegt. Etwas Aufmerksamkeit verdienen das Kraut und die Brotscheiben: Zu viel Flüssigkeit macht die Mitte weich, zu dickes Brot erschwert das Essen. Mit gut ausgedrücktem Sauerkraut, dünnem Aufschnitt und einer überschaubaren Menge Dressing bleibt die Füllung saftig, während die Außenseiten im Ofen goldbraun rösten.
Welches Brot hält die Füllung zusammen?
Ein Roggenmischbrot mit geschlossener, aber nicht schwerer Krume passt gut. Schneide es in ungefähr einen Zentimeter dicke Scheiben. Sehr große Luftlöcher sind hier weniger praktisch, weil das Dressing hindurchlaufen kann. Dünne, brüchige Scheiben von schwerem Pumpernickel lassen sich wiederum schlechter wenden und tragen die warme Füllung nicht so zuverlässig.
Die Butter gehört auf die Außenseiten. Sie lässt sich am gleichmäßigsten verstreichen, wenn sie weich ist. Eine dünne Schicht genügt; die Oberfläche soll nicht in Fett schwimmen. Lege die unteren Brotscheiben anschließend mit der gebutterten Seite auf das Backpapier. So bleiben innen beide Seiten für Dressing und Belag frei.
Das Sauerkraut braucht vor allem ein Sieb
Für diese schnelle Fassung nimmst du vorgegartes Sauerkraut aus dem Glas oder Beutel. Die angegebene Menge wird vor dem Ausdrücken gewogen. Lass es zuerst im Sieb abtropfen und drücke es dann portionsweise mit sauberen Händen aus. Es muss nicht völlig trocken werden, darf aber beim Belegen keinen Saft auf das Brot abgeben.
Sind die Krautfäden sehr lang, schneide sie auf dem Brett grob durch. Dadurch lässt sich das Sandwich später angenehmer abbeißen, ohne gleich einen großen Teil der Füllung herauszuziehen. Ein bereits stark mit Speck, Wein oder anderen Zutaten abgeschmecktes Kraut verändert den Geschmack. Hier ist ein möglichst schlichtes Produkt die passendere Grundlage.
Ein würziges Dressing, das nicht davonläuft
Mayonnaise bildet die cremige Basis, etwas Schmand macht sie milder. Ketchup gibt Farbe und Süße; Senf, Meerrettich und Worcestersauce bringen Würze dazu. Die Cornichons werden sehr fein gewürfelt. Große Gurkenscheiben würden beim Schichten zusätzliche Unebenheiten schaffen, kleine Stückchen verteilen sich dagegen in jedem Löffel.
Rühre die Sauce erst vollständig zusammen und schmecke sie dann mit Pfeffer ab. Zusätzliches Salz ist meist nicht nötig, denn Pastrami, Käse und Sauerkraut bringen schon einiges mit. Das Dressing soll dick genug sein, um auf dem Brot zu bleiben. Verzichte deshalb auf zusätzlichen Gurkensud, auch wenn dieser bei einem klassischen Fleischsalat gut passen kann.

Pastrami locker legen, Käse dünn schneiden
Verwendet wird fertige, dünn geschnittene Pastrami aus der Aufschnittabteilung oder von der Theke. Sie wird nur noch erwärmt. Das Rezept ist nicht für rohe Rinderbrust gedacht. Je nach Produkt fällt die Pfefferwürzung deutlich unterschiedlich aus; bei kräftig gewürzter Pastrami darf das Dressing etwas zurückhaltender abgeschmeckt werden.
Lege die Scheiben locker gefaltet auf das Brot, statt sie zu einem kompakten Block zusammenzudrücken. Eine dünne Käsescheibe kommt darunter, eine darüber. Emmentaler liefert eine leicht nussige Note und schmilzt zwischen Brot und Füllung. Wenn du es milder möchtest, ist junger Gouda eine mögliche Alternative. Dicke Käsestücke brauchen länger und passen schlechter zu der kurzen Röstzeit.

Vier Sandwiches gehen zusammen in den Ofen
Auf einem ausreichend großen Blech kannst du die vier Portionen gleichzeitig rösten. Heize den Ofen schon vor, während du Kraut und Dressing vorbereitest. Die 35 Minuten sind dafür ein sinnvoller Richtwert. Müssen die Brote in zwei Durchgängen gebacken werden, verlängert sich die Gesamtzeit entsprechend. Stapeln ist keine gute Abkürzung: Jede Außenseite braucht Platz.
Nach der ersten Röstphase werden die Sandwiches vorsichtig gewendet. Ein breiter Pfannenwender unter dem Boden und ein zweiter am Deckel helfen dabei, die Schichten zusammenzuhalten. Drücke nur leicht an. Am Ende zählt neben der goldbraunen Oberfläche auch der geschmolzene Käse. Sollte das Brot schon dunkel sein, bevor der Käse weich wird, die Hitze etwas reduzieren und kurz weiterbacken.
Frisch halbieren und gleich auf den Tisch
Lass die heißen Sandwiches kurz setzen, bevor du sie mit einem Sägemesser diagonal durchschneidest. Kleine Sägebewegungen sind besser als kräftiger Druck von oben. So bleibt die Füllung zwischen den Brotscheiben. Übriges Dressing kommt in einer kleinen Schale daneben. Das ist angenehmer, als alles zusätzlich in die Sandwiches zu streichen.
Ein paar Cornichons können als Beilage auf den Teller, nötig ist aber nichts weiter. Zum Vorbereiten lassen sich die Zutaten getrennt bereitstellen; zusammengebaut und geröstet werden die Sandwiches möglichst erst kurz vor dem Essen. Für eine lange Standzeit ist die Kombination aus heißem Käse und knusprigem Brot weniger geeignet. Gerade frisch aus dem Ofen kommt der Gegensatz zwischen weicher Füllung und gerösteter Kruste am besten zur Geltung.

Die Rezeptkarte zeigt dir die Mengen für vier Sandwiches und die Reihenfolge beim Belegen. Wichtig sind vorgegartes Sauerkraut, fertiger Pastrami-Aufschnitt und ein Blech, auf dem alle Brote nebeneinander Platz haben.

Reuben-Sandwich mit Pastrami und Sauerkraut
Zutaten
Kochutensilien
Methode
- Ofen und Kraut vorbereiten: Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein großes Backblech mit Backpapier belegen. Vorgegartes Sauerkraut in ein Sieb geben, abtropfen lassen und portionsweise mit sauberen Händen kräftig ausdrücken. Lange Fäden grob zerschneiden. Das Kraut soll locker und feucht, aber nicht tropfnass sein.
- Dressing anrühren: Cornichons sehr fein würfeln. Mit Mayonnaise, Schmand, Ketchup, Senf, Meerrettich und Worcestersauce verrühren. Mit schwarzem Pfeffer abschmecken. Zusätzliches Salz ist meist nicht nötig; Pastrami, Käse und Kraut würzen bereits.
- Sandwiches schichten: Alle Brotscheiben auf einer Seite dünn mit der weichen Butter bestreichen. Vier Scheiben mit der Butterseite nach unten auf das Blech legen. Die Oberseiten mit je etwa einem Esslöffel Dressing bestreichen. Je eine dünne Käsescheibe, 75 g Pastrami, ein Viertel des ausgedrückten Krauts und eine weitere Käsescheibe darauflegen. Die übrigen Brotscheiben innen dünn mit Dressing bestreichen und mit der Butterseite nach oben aufsetzen. Leicht andrücken.
- Im Ofen rösten: Das Blech auf mittlerer Schiene in den heißen Ofen schieben. Sandwiches zunächst etwa 7 Minuten rösten. Mit einem breiten Pfannenwender vorsichtig umdrehen; den Deckel dabei mit einem zweiten Wender halten. Weitere 5–8 Minuten rösten, bis beide Brotseiten goldbraun und knusprig sind und der Käse geschmolzen ist. Je nach Brot und Ofen kann es etwas länger dauern.
- Halbieren und servieren: Die heißen Sandwiches kurz setzen lassen, dann mit einem Sägemesser diagonal halbieren. Sofort servieren. Übriges Dressing separat dazugeben, statt es zusätzlich in die Brote zu füllen.






