
Ensaladilla Rusa ist die spanische Variante eines cremigen Kartoffelsalats mit Mayonnaise, Ei und häufig Thunfisch. Gerade der Thunfisch entscheidet mit über die Konsistenz: In der Berichterstattung über baskische Köche weisen Eva und Karlos Arguiñano darauf hin, ihn aus der Öldose sehr gut abtropfen zu lassen. Das ist ein kleiner Handgriff mit deutlicher Wirkung: Die Mayonnaise soll die Zutaten leicht binden, nicht in zusätzlichem Dosenöl schwimmen.
Die kurze Antwort: Warum gehört das Thunfischöl nicht in die Ensaladilla?
Thunfisch in Öl bringt Geschmack, aber überschüssiges Öl aus der Dose verändert die Mayonnaise und lässt den Salat schwer und fettig wirken. Gib den Fisch deshalb in ein Sieb, lass ihn mehrere Minuten abtropfen und drücke ihn mit einer Gabel leicht aus. Mische ihn erst danach mit abgekühlten Kartoffeln, Ei und wenig Mayonnaise. So bleiben Kartoffelstücke und Thunfisch erkennbar, während das Dressing alles nur dünn umhüllt.

Ensaladilla Rusa mit Thunfisch
Zutaten
Methode
- Die Kartoffeln mit Schale in leicht gesalzenem Wasser etwa 20–25 Minuten garen, bis ein Messer hineingleitet, sie aber nicht zerfallen. Abgießen und mindestens 30 Minuten abkühlen lassen.
- Die Eier parallel etwa 9–10 Minuten hart kochen, kalt abschrecken, schälen und klein schneiden. Nach Wunsch etwas Ei für die Oberfläche zurückhalten.
- Den Thunfisch aus den Dosen in ein feines Sieb geben, mehrere Minuten abtropfen lassen und mit einer Gabel leicht ausdrücken. Das überschüssige Öl nicht in den Salat geben.
- Frühlingszwiebel fein schneiden. Die Tomate entkernen und klein würfeln. Mayonnaise mit Weißweinessig und optional Naturjoghurt verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen.
- Die abgekühlten Kartoffeln pellen und in kleine, nicht zu feine Würfel schneiden. Mit Ei, Thunfisch, Frühlingszwiebel und Tomate in eine Schüssel geben. Das Dressing portionsweise unterheben, bis alles leicht cremig umhüllt ist, ohne die Kartoffeln zu zerdrücken.
- Die Ensaladilla abgedeckt etwa 30 Minuten kühlen. Vor dem Servieren vorsichtig umrühren und Salz und Pfeffer nochmals prüfen.
Was ist Ensaladilla Rusa?
Der Name klingt nach einem russischen Salat, im spanischen Alltag meint er aber eine eigene Familie cremiger Kartoffelsalate. Für diese MKK-Version reichen festkochende Kartoffeln, Eier, Thunfisch, milde Frühlingszwiebel, entkernte Tomate und Mayonnaise. Essig gibt einen kleinen frischen Gegenpol. Die Zutaten werden in kleine Stücke geschnitten und vorsichtig verbunden; der Salat soll nicht zu Püree werden.

Warum das Öl vom Thunfisch die Textur verändert
Mayonnaise ist bereits eine gebundene, ölreiche Sauce. Gießt man zusätzlich das freie Öl aus zwei Thunfischdosen dazu, verteilt es sich nicht immer gleichmäßig: Der Salat kann glänzend, schwer und am Schüsselboden ölig werden. Der Hinweis der Arguiñanos richtet sich genau gegen dieses Zuviel. Ein wenig Öl, das am Fisch haftet, ist kein Problem; die frei ablaufende Flüssigkeit soll nicht ins Dressing gelangen. Spüle den Thunfisch nicht ab, denn das würde auch Aroma entfernen.

Kartoffeln richtig garen
Festkochende Kartoffeln behalten beim Mischen besser ihre Form. Gare sie mit Schale in leicht gesalzenem Wasser, bis ein Messer hineingleitet, die Knollen aber noch nicht aufbrechen. Je nach Größe dauert das ungefähr 20–25 Minuten. Lass sie abkühlen, bevor du sie pellst und würfelst. Sehr heiße Kartoffeln nehmen das Dressing ungleichmäßig auf und können beim Rühren zerfallen. Die Würfel sollen klein genug für einen Löffel, aber noch klar erkennbar sein.
Wie viel Mayonnaise braucht der Salat?
Für 600 g Kartoffeln und zwei gut abgetropfte Dosen Thunfisch sind etwa 140 g Mayonnaise ein sinnvoller Ansatz. Gib das Dressing portionsweise dazu und höre auf, sobald alle Stücke leicht überzogen sind. Die genaue Menge hängt auch von Kartoffelgröße und der tatsächlichen Thunfischmenge in den Dosen ab. Ein bis zwei Esslöffel Naturjoghurt können die Sauce optional etwas leichter wirken lassen; sie ersetzen nicht das gründliche Abtropfen des Fisches.
Wann Thunfisch und Eier dazukommen
Die hartgekochten, abgekühlten Eier schneidest du erst kurz vor dem Mischen. Entkerne die Tomate, damit kein zusätzliches Wasser in die Schüssel läuft, und schneide die Frühlingszwiebel fein. Hebe alles mit dem abgetropften Thunfisch unter die abgekühlten Kartoffeln. Verwende einen breiten Löffel und wenige Bewegungen. Danach etwa 30 Minuten kühlen, damit sich die Aromen verbinden, und vor dem Servieren vorsichtig nachwürzen.

Typische Fehler
- Der Salat wirkt ölig: Thunfischöl wurde mit in die Schüssel gegeben. Den Fisch erst im Sieb gut abtropfen lassen.
- Die Kartoffeln zerfallen: Sie wurden zu weich gekocht oder heiß kräftig gerührt. Festkochende Sorte wählen, abkühlen und sanft unterheben.
- Alles ist zu schwer: Zu viel Mayonnaise überdeckt die Zutaten. Dressing portionsweise zugeben.
- Die Mischung wird wässrig: Die Tomate wurde nicht entkernt oder die Kartoffeln waren noch feucht. Kerne entfernen und Kartoffeln gut ausdampfen lassen.
Praxis-Hinweis
Das Abtropfgewicht einer Dose Thunfisch ist aussagekräftiger als das Gesamtgewicht auf der Verpackung. Für dieses Rezept sind zwei übliche Dosen gedacht; falls sie ungewöhnlich viel Fisch enthalten, beginne mit etwas weniger Dressing. Der Salat soll löffelbar und cremig sein, ohne am Boden Öl oder Sauce zu sammeln.
Warum das funktioniert
Feste Kartoffelwürfel geben Struktur, Ei und Thunfisch bringen unterschiedliche Texturen. Eine maßvolle Menge Mayonnaise verbindet sie, während ein wenig Essig Frische einbringt. Durch das Abtropfen bleibt zusätzliches freies Öl draußen; vorsichtiges Mischen erhält die einzelnen Zutaten.
Redaktionell geprüft
Zutatenmengen, Garzeiten und die Reihenfolge des Mischens wurden auf Plausibilität und innere Konsistenz geprüft. Der Hinweis zum Thunfischöl ist im Intro der berichteten Quelle zugeordnet; die Rezeptfassung und Erläuterungen sind eigenständig formuliert.






