
Ein gutes Steinpilzrisotto schmeckt kräftig nach Pilzen, fließt langsam auf dem Teller auseinander und hat im Kern noch einen leichten Biss. Dafür sind weder Sahne noch pausenloses Rühren nötig. Entscheidend sind passender Reis, heiße Flüssigkeit in mehreren Zugaben und der Moment, in dem du den Topf vom Herd nimmst.
Dieses Rezept verwendet getrocknete Steinpilze. Ihr sorgfältig gefiltertes Einweichwasser bringt zusätzliches Aroma in die Brühe. Butter und fein geriebener Parmesan machen das Risotto am Schluss geschmeidig.
Die kurze Antwort: Wie wird Steinpilzrisotto cremig, aber nicht breiig?
Nimm Carnaroli oder Arborio, gib heiße Brühe nach und nach dazu und lasse den Reis sanft köcheln. Rühre regelmäßig, aber zerdrücke die Körner nicht. Probiere gegen Ende der Packungsangabe: Der Reis soll außen weich sein und innen einen kleinen Widerstand behalten. Dann den Topf von der Hitze nehmen, Butter und Parmesan einarbeiten und bei Bedarf mit einem Schluck heißer Brühe lockern.
Die richtige Konsistenz erkennst du am Teller: Das Risotto breitet sich langsam aus. Bleibt es als fester Hügel stehen, fehlt Flüssigkeit. Ist der Reis bereits durchgehend weich, macht längeres Rühren ihn nicht cremiger, sondern nimmt ihm noch mehr Struktur.

Steinpilzrisotto
Zutaten
Methode
- Die getrockneten Steinpilze mit etwa 300 ml heißem Wasser übergießen und 20 Minuten einweichen.
- Die Pilze herausheben, auf Sand kontrollieren, bei Bedarf kurz abspülen und größere Stücke klein schneiden. Das Einweichwasser sorgfältig durch einen angefeuchteten Kaffeefilter oder ein sehr feines, sauberes Tuch filtern; Bodensatz zurücklassen. Die gefilterte Flüssigkeit zur heißen Gemüsebrühe geben und heiß halten. Der gesamte Flüssigkeitsvorrat muss nicht aufgebraucht werden.
- Olivenöl und 10 g Butter in einem breiten Topf oder einer tiefen Pfanne erhitzen. Schalotte und Knoblauch bei mittlerer Hitze glasig anschwitzen, ohne sie zu bräunen. Steinpilze dazugeben und 3–4 Minuten mitgaren.
- Den ungewaschenen Risottoreis dazugeben und unter Rühren 1–2 Minuten anschwitzen.
- Nach Wunsch den Weißwein zugießen und fast vollständig einkochen lassen. Ohne Wein stattdessen etwas von der heißen Brühe verwenden.
- Heiße Pilzbrühe in mehreren Zugaben angießen. Den Reis bei sanfter Hitze gleichmäßig köcheln lassen und regelmäßig vorsichtig über den Topfboden rühren. Erst nachgießen, wenn die vorherige Zugabe weitgehend aufgenommen ist; den Reis dabei nicht trocken werden lassen.
- Nach Packungsangabe garen, meist etwa 17–20 Minuten ab der ersten Brühezugabe. Gegen Ende probieren und nur noch kleine Mengen Brühe zugeben. Die Steinpilze bleiben die ganze Zeit im Topf und werden mindestens 15 Minuten durchgegart. Aufhören, sobald der Reis noch leichten Biss hat und das Risotto fließend ist.
- Den Topf vom Herd nehmen. Die restlichen 20 g Butter und den fein geriebenen Parmesan behutsam unterrühren. Etwa 2 Minuten ruhen lassen, bei Bedarf mit etwas heißer Brühe lockern und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Petersilie darübergeben und sofort servieren. Das Risotto soll sich auf dem Teller langsam ausbreiten.
Getrocknete oder frische Steinpilze für Risotto?
Getrocknete Steinpilze sind für dieses Risotto praktisch, weil eine kleine Menge viel Aroma liefert und unabhängig von der Saison verfügbar ist. Die 30 g im Rezept werden 20 Minuten in etwa 300 ml heißem Wasser eingeweicht. Hebe die Pilze anschließend heraus, kontrolliere sie auf Sand und spüle sie bei Bedarf kurz ab. Größere Stücke schneidest du klein.
Frische Steinpilze bringen eine andere Textur und einen milderen, frischen Pilzgeschmack mit. Sie sind kein mengenmäßig gleichwertiger Ersatz für Trockenpilze: Wassergehalt und Aromastärke unterscheiden sich deutlich. Das folgende Rezept ist deshalb bewusst auf getrocknete Steinpilze abgestimmt. Wenn du frische Pilze einkaufst, helfen dir unsere Hinweise zum richtigen Lagern von Pilzen.

Warum das Einweichwasser gefiltert wird
Im Einweichwasser steckt Pilzaroma, am Boden der Schüssel können sich aber Sand und feine Rückstände sammeln. Ein gewöhnliches Küchensieb hält diese kleinen Partikel nicht zuverlässig zurück. Gieße die Flüssigkeit daher durch einen angefeuchteten Kaffeefilter oder ein sehr feines, sauberes Tuch. Den sichtbaren Bodensatz lässt du in der Schüssel zurück.
Erst das gefilterte Pilzwasser kommt zur heißen Gemüsebrühe. Die etwa 900 ml Brühe plus das gefilterte Einweichwasser sind ein Vorrat zum Nachgießen, keine Menge, die vollständig im Reis landen muss. Reissorte, Pfannenbreite und Hitze verändern den Bedarf. Höre auf, wenn Biss und Konsistenz stimmen; gieße nicht den letzten Rest hinein, nur weil er noch im Topf ist.

Wie oft muss man Risotto wirklich rühren?
Rühre nach jeder Flüssigkeitszugabe und dazwischen regelmäßig langsam über den Topfboden. So verteilt sich die Hitze, der Reis setzt weniger leicht an und Stärke gelangt in die Flüssigkeit. Du musst den Löffel dabei nicht ununterbrochen bewegen. Wichtig ist, in der Nähe zu bleiben und den Reis nicht trocken anbraten zu lassen.
Gib jeweils so viel heiße Brühe zu, dass der Reis locker in Flüssigkeit liegt. Sobald die vorherige Zugabe weitgehend aufgenommen ist, folgt die nächste. Ein leises, gleichmäßiges Köcheln ist richtig. Starkes Sprudeln verdampft unnötig viel Wasser und erschwert es, die Konsistenz zu beurteilen. Gegen Ende kleinere Portionen Brühe verwenden und öfter probieren.
Wann kommen Butter und Parmesan dazu?
Die letzten 20 g Butter und die 60 g fein geriebener Parmesan kommen erst hinein, wenn der Topf vom Herd gezogen ist. Rühre beides behutsam unter und lasse das Risotto etwa 2 Minuten ruhen. Durch Restwärme und Nachquellen wird es dabei noch etwas fester. Beende das Kochen deshalb mit einem Risotto, das einen Hauch lockerer ist, als du es servieren möchtest.
Vor dem Anrichten noch einmal umrühren und bei Bedarf etwas heiße Brühe ergänzen. Erst jetzt endgültig salzen: Brühe und Parmesan bringen bereits Würze mit. Schwarzer Pfeffer und gehackte Petersilie runden das Pilzaroma ab. Danach direkt auf vorgewärmte Teller geben.

Typische Fehler
- Risottoreis abspülen: Für dieses Gericht bleibt die Oberflächenstärke am Korn. Den Reis trocken in den Topf geben.
- Kalte Brühe nachgießen: Sie unterbricht das gleichmäßige Köcheln. Den Flüssigkeitsvorrat während des Kochens heiß halten.
- Den ganzen Brühevorrat verbrauchen wollen: Nach Biss und Fließverhalten entscheiden, nicht nach dem leeren Brühetopf.
- Ungefiltertes Pilzwasser verwenden: Sand kann das gesamte Risotto verderben. Auch scheinbar klares Einweichwasser sorgfältig filtern.
- Erst bei völlig weichem Reis aufhören: Der Reis gart in der Restwärme weiter. Mit leichtem Biss vom Herd nehmen.
- Fertig gekochtes Risotto lange warm halten: Es quillt nach und wird kompakt. Lieber alle Zutaten vorbereiten und das Gericht kurz vor dem Essen kochen.
Praxis-Hinweis
Stelle Butter, geriebenen Parmesan, Petersilie und Teller bereit, bevor die erste Kelle Brühe zum Reis kommt. Die etwa 55 Minuten Gesamtzeit setzen sich aus 10 Minuten Vorbereitung, 20 Minuten Einweichen und ungefähr 25 Minuten am Herd einschließlich kurzer Ruhezeit zusammen. Die genaue Dauer richtet sich nach der Reissorte und ihrer Packungsangabe; bei länger garendem Reis plane etwas zusätzliche Zeit ein.
Wichtig bei Wildpilzen: Verwende nur zuverlässig als essbar bestimmte Pilze. Apps oder Fotos sind keine sichere Grundlage für eine Verzehrfreigabe; unbekannte Funde gehören zur Pilzberatung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt mindestens 15 Minuten Garzeit für Pilzmahlzeiten. In diesem Rezept garen die eingeweichten Steinpilze von Anfang an mit und bleiben während der gesamten Reisgarzeit im Topf. Einweichen allein ersetzt das Garen nicht. Auch gründliches Kochen macht giftige Pilze nicht zu Speisepilzen.
Warum das funktioniert
Beim Garen nimmt der Reis Flüssigkeit auf und gibt zugleich Stärke ab. Regelmäßiges, sanftes Rühren verteilt diese Stärke in der Brühe. Daraus entsteht die Bindung zwischen den Körnern. Wird der Reis zu lange gegart, verliert dagegen auch sein Kern die gewünschte Festigkeit.
Die schrittweise Flüssigkeitszugabe macht diese beiden Entwicklungen gut steuerbar: Du kannst den Reis probieren und die letzte Kelle an seinen tatsächlichen Garzustand anpassen. Butter und Parmesan verbinden sich zum Schluss mit der stärkehaltigen Flüssigkeit. Für ein cremiges Risotto mit Steinpilzen brauchst du deshalb keine zusätzliche Sahne.
Redaktionell geprüft
Mengen, Zeiten, Temperaturen und Arbeitsschritte wurden auf Plausibilität und innere Konsistenz geprüft. Die Flüssigkeitsangabe ist als Vorrat zum bedarfsgerechten Nachgießen ausgewiesen; die Garzeit bleibt von Reissorte und Packungsangabe abhängig. Die Hinweise zum sicheren Umgang mit Pilzen wurden mit den Empfehlungen des BfR und den Hinweisen der DGfM zur Pilzbestimmung anhand von Fotos abgeglichen.






